Auf der Suche nach dem Nervenkitzel: MTB-Strecken in Oaxaca: Eine lokale Geschichte von Buca
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Auf der Suche nach dem Nervenkitzel: MTB-Strecken in Oaxaca: Eine lokale Geschichte von Buca

Verfasst von Kyle von Hoetzendorff

Ein wichtiger erster Schritt, um bei jeder Reise voll und ganz in die Umgebung einzutauchen, ist es, sich mit ihrer Geschichte vertraut zu machen. In unserem Fall bedeutete das, dass wir uns ein wenig mehr mit der Geschichte von Oaxaca und den Wanderwegen der Sierra Norte beschäftigen wollten, bevor wir richtig loslegten. Also ließen wir uns von unserem lokalen Ansprechpartner und Reiseleiter für diese Woche, dem einzigartigen Buca, einen Überblick verschaffen. 

F: Was waren diese Wege, bevor sie zu Mountainbike-Strecken wurden? Wie sieht ihre Geschichte aus?
A: Die Wege wurden ursprünglich von den Berggemeinden genutzt, um eine Verbindung zum Tal und zu den benachbarten Dörfern herzustellen. Die Menschen waren zu Fuß oder mit Lasttieren unterwegs und nutzten diese Wege für den Alltag, den Handel und die Kommunikation. Was wir heute befahren, sind dieselben Routen, die seit Generationen Teil ihrer Kultur sind.

Viele dieser Gemeinschaften bestehen bereits seit Jahrhunderten, und manche Pfade gelten als sehr alt, ja sogar als aus der vorspanischen Zeit stammend. Sie dienten wahrscheinlich dem Handel und Austausch zwischen den Regionen, wobei die konkreten Waren und die Dynamik im Laufe der Zeit variierten.

 

 

F: Seit wann wird in dieser Gegend Mountainbike gefahren?
A: Gravity-Mountainbiking gibt es seit mindestens 15 Jahren, und schon vor etwa 20 Jahren fanden Downhill-Rennen statt. Insgesamt reicht die Geschichte des MTB zwar noch weiter zurück, ist aber nicht besonders gut dokumentiert.

F: Was befindet sich auf der anderen Seite des Gebirges von der Stadt Oaxaca aus gesehen?
A: Die Sierra Norte erstreckt sich bis nach Veracruz, wobei zahlreiche abgelegene Ortschaften über das gesamte Gebirge verstreut sind. Es ist sehr wahrscheinlich, dass es ausgedehnte Wanderwegenetze gibt, die diese Gebiete miteinander verbinden, auch wenn viele davon bis heute unerforscht sind. Auf der Südseite setzen sich die Berge in Richtung Küste fort und verbinden ebenfalls verschiedene Regionen und Kulturen miteinander.

F: Können Sie uns etwas über die jüngste Geschichte des Wegenetzes erzählen?
A: Ich habe zwar keine vollständigen historischen Aufzeichnungen, weiß aber, dass Mountainbiken in der Region schon seit geraumer Zeit präsent ist. Früher durchquerten die Biker die Sierra von einer Ortschaft zur nächsten und nutzten dabei sowohl unbefestigte Straßen als auch Wege. Auch die Cross-Country-Szene war sehr aktiv.

Eine noch konkretere Geschichte stammt aus der Gravity-MTB-Szene. Eine Schlüsselfigur ist Alberto „Beto“ Rasgado, ein lokaler Fahrer, der begann, diese Trails in Zusammenarbeit mit den Gemeinden wiederzuentdecken und zu restaurieren. Mit tiefem Respekt vor deren Traditionen und „usos y costumbres“ arbeitete er eng mit den Einheimischen zusammen, um diese Routen wieder zum Leben zu erwecken. Im Jahr 2013 fand das erste Enduro-Event auf einem Trail namens „Mil Ríos“ statt, der die Stadt Benito Juárez mit dem Tal verbindet. Von dort aus weitete sich die Entwicklung auf Gebiete wie Ixtepeji und die Region Etla aus.

 

 

F: Wie funktioniert die Pflege der Trails? Unterscheidet sich die Vorgehensweise in Ixtepeji von der in Etla und anderen Orten in der Region?
A: Die Pflege der Trails variiert je nach Region. In Ixtepeji hat die Gemeinde umfassende Kompetenzen im Trailbau entwickelt und pflegt aktiv bestehende Trails sowie baut neue, insbesondere in den höheren Bergregionen. Reiseveranstalter unterstützen dies manchmal finanziell oder durch Arbeitskraft. Bei TSN haben wir ein Trail-Team unter der Leitung von Beto und leisten jedes Jahr einen Beitrag, indem wir bestehende Trails instand halten und bei der Erschließung neuer Gebiete helfen. 

Wir arbeiten eng mit den Mitgliedern der örtlichen Gemeinde zusammen, stellen Mitarbeiter vor Ort ein und arbeiten gemeinsam daran, das Wanderwegenetz auszubauen. Außerdem erschließen wir jedes Jahr für das Rennen ein neues Gebiet oder einen neuen Abschnitt des bestehenden Wanderwegnetzes, sodass wir immer etwas Neues zu bieten haben.

In der Region Etla spielen auch die lokalen Radfahrer eine wichtige Rolle bei der Instandhaltung der Wege und arbeiten dabei oft im Rahmen einer Bürgerinitiative zusammen.

F: Wer ist für die Instandhaltung zuständig und wie werden Entscheidungen über die Eröffnung, die Modernisierung oder den Bau neuer Wanderwege getroffen?
A: Grundsätzlich sollte jede Gemeinde für ihre eigenen Wanderwege verantwortlich sein. Externe Unterstützung, wie beispielsweise durch TSN und andere Gruppen, wird nach Möglichkeit geleistet.

Alle Entscheidungen werden in Zusammenarbeit mit den örtlichen Gemeinden getroffen. Wir erkunden gemeinsam die Gebiete, aber letztendlich entscheiden sie, wo und wie Wanderwege angelegt werden können.

F: Wem gehört das Land, auf dem die Pfade angelegt sind, und wer verwaltet es?
A: Das Land befindet sich in Gemeinschaftsbesitz. Jede Gemeinschaft verwaltet ihr eigenes Gebiet nach traditionellen Systemen.

F: Können Sie etwas zur Entwicklung des Gebührensystems sagen? Wie funktioniert es, wie wird es durchgesetzt und wofür werden die Gebühren verwendet?
A: Jede Gemeinde verwaltet ihr Gebührensystem selbst. Die Einnahmen aus dem Zugang zu Wanderwegen oder aus dem Tourismus werden unter den Gemeindemitgliedern aufgeteilt und vor Ort wieder investiert, wodurch die lokale Wirtschaft und die Lebensweise der Menschen unterstützt werden.

Na, da habt ihr es – direkt von einer lokalen Legende. Verschafft euch in unserem neuesten Kurzfilm einen Eindruck von Oaxaca und den Wanderwegen der Sierra Norte: „Pursue Your Thrill: Oaxaca“.

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